Geschichte Rumäniens Drucken E-Mail

Hier finden Sie eine Abhandlung über die Geschichte Rumäniens:

Antikes Rom

101 - 102 n. Christus: Die Rumänische Geschichte beginnt in unser Bewusstsein zu dringen mit der Niederwerfung und Einverlaibung des Dakischen Volkes, angeführt von Decebal durch Trajan, der erste Kaiser provinzialrömischer Herkunft, dem der Senat den Namen "Optimus" (der Beste) verliehen hat. Daraufhin wurde das Volk der Daker mit den römischen Siedlern assimiliert.

(Kulturell ist Rumänien noch stark von dieser Epoche geprägt, es gibt viele römische Ausgrabungen um den Karpatenbogen)

Hohes Mittelalter

896 - 1301 nehmen sieben Magyaren-Stämme (Steppennomaden) unter der Führung Arpads die Tiefebene an der Theiß und mittleren Donau in Besitz. Sie führen auch Feldzüge gegen das Abendland, die mit der Niederlage in Augsburg 955 endete. Der Enkel Arpads, GEZA 972 -997 festigt die Fürstengewalt in dieser Gegend und fördert die Christianisierung und die Sesshatwerdungder Ungarn in diesem Gebiet.

Durch den Niedergang des mittelbyzantinischen Reiches 1025 - 1204 entsteht 1054 auch der Bruch zwischen Ost- und Westkirche (Großes Schisma). Die Gebiete des heutigen Rumänien werden im Folgenden der orthodoxen Kirche angehören.

1173 - 1196 erreicht BELA III Kultstatus nach Auseinandersetzungen mit dem Bysanz durch den Anschluss Dalmatiens, Kroatiens und Bosniens. Es entstehen Beziehungen zu Frankreich, dadurch auch die Berufung der Zisterzienser und Prämonstratenser. Siebenbürgen wird durch die ins Land gerufenen "Sachsen" besiedelt, deren Selbstregierung (1224) gesichert wird. Mit den Sachsen nimmt auch das Protestantentum Einzug in die Gebiete der siebenbürgischen Hochebene.

Spätmittelalter

Durch das Ende des ungarischen Reiches nach dem Aussterben der Arpaden entstehen innere Wirren in diesem Gebiet bis zur Erneuerung der Krongewalt durch das Haus Anjou.
1342 - 1382 Ludwig I. der Grosse entmachtet die Magnaten und begünstigt somit das Aufblühen von Bürgertum und Städte. Im Süden entsteht ein Gürtel türkischer Vasalen, unter diesen auch die Moldau und Walachei.

Eine Blütezeit erleben die Westgebiete 1446 durch die Wahl von Johann Hunyadi zum Reichsverweser, dessen Sohn Matthias I Corvinus 1458 - 1490 ein Mäzenatentum fördert, die Handelskontakte durch Familien wie die Fugger's reges Wirtschaften zur Folge haben (Schloss Hunedoara ist heute noch zu besichtigen).

In das 11 Jahrhundert fällt auch die Einwanderung der Vlachen, die mongolische Vasalen sind, anschließend ungarische Banate (Grenzmarken) um 1365 selbständige Länder bilden.
Die Walachei gerät nach 1394 in osmanische Abhängigkeit.
In der Moldau spielt 1457 - 1504 Fürst Stephan der Grosse die Nachbarn gegeneinander aus. Der "Athlet Christi" kämpft zäh gegen die Türken und Polen. Szenen aus einigen dieser Schlachten können auf den Malereien der Moldauklöster, die einzigartig sind, betrachtet werden.

Zeitalter der Glaubensspaltung

In Siebenbürgen des Jahres 1498 - 1549 ist Johann Honter derReformator und Gründer der lutheranischen Nationalkirche der Sachsen; mit Ausnahme der Walachen (Orthodoxen) werden auch die übrigen Nationalitäten protestantisch.

1600 versucht Fürst Michai der Tapfere zum ersten Mal die Fürstentümer Moldau und Walachei zu vereinigen. Die Freude ist nur von kurzer Dauer, aber die Idee von Großrumänien war geboren.

Zeitalter der Vernunft

1697 wird Prinz Eugen von Savoyen (1663 - 1736) Oberbefehlshaber des kaiserlichen Heeres. Der Großneffe Mazarins ist seit 1683 im österreichischen Dienst, nachdem er von Ludwig dem XIV seiner kleinen Gestalt wegen abgewiesen worden war. Er war 1700 - 1740 Feldherr und führender Staatsmann der neuen Großmacht (Österreich über alles). Von Prinz Eugen wird man im Banat noch viel später Legenden über seine Tapferkeit im Türkenkrieg erzählen.

1740 übernimmt Maria Theresia einen Staat ohne innere Kraft und äußeres Ansehen. Die Kaiserin folgt dem Beispiel ihres preußischen Gegners. Erschwerung der "inneren Aufrüstung" durch soziale, politische und wirtschaftliche Unterschiede zwischen den Staatsvölkern.
Seit 1748 innere Kolonisation durch verstärkte Schwabenzüge in die südöstlichen Reichsgebiete. Die Ulmer Schachteln traten ihren Kolonialisationszug nach Osten an.

Um 1866 leidet Österreich zunehmend unter dem Nationalitätenstreit - 1867 erfolgte die Auflösung des Reichsrates.

Zeitalter der Nationalstaaten

1858 vereinigen sich die Fürstentümer Moldau und Walachei unter dem Moldavischen Bojaren Ioan Alexandru CUZA. 1861 wurde endlich der Staat Rumänien proklamiert. (Wunderschön zu besichtigen die Vereinigungskirche in Alba Iulia). Verstaatlichung des kirchlichen Besitzes, Bauernbefreiung, Gesetzesreformen. CUZA wird leider nach kurzer Zeit durch einen Putsch gestürzt.

Zeitalter des Imperialismus

1912 fand der 1. Balkankrieg statt mit Friedenabkommen in London. Durch die wirre Länderkonstellation und verschiedene Interventionen kommt es dann 1913 zum 2. Balkankrieg mit Friedensabkommen in Bukarest, was die Verwirrungen nur noch mehr schürt und die Folge ist dann der

Erste Weltkrieg

03.08.1914 erklärt Rumänien zwar seine Neutralität schließt jedoch 1916 einen Vertrag mit den Aliierten, der Rumänien das Banat, Siebenbürgen und die Bukowina zuspricht. .

27.08.1916 erfolgt die Kriegserklärung Rumäniens an Österreich-Ungarn; daraufhin erklären die Mittelmächte Rumänien wiederum den Krieg. Dezember 1916 nahmen dann die Mittelmächte Bukarest ein.

07.05.1918 Friede von Bukarest durch Wilsons Friedenspolitik wird beschlossen, dass Rumänien die Dobrudscha an Bulgarien abtreten muss und Deutschland die Ausnutzung der Ölquellen gestattet wird.

Zeit zwischen den Weltkriegen

1922 - 1936 Entstehung der Europäischen Diktaturen.
Februar 1930 in Rumänien durch persönliches Regiment Königs Carol des II, das durch Staatsstreich 1938 Königsdiktatur wird. Die Außenpolitik bleibt westlich orientiert.
1939 Handelsvertrag mit dem Deutschen Reich.

2. Weltkrieg

1942 tritt Rumänien dem Dreimächtepakt (Verpflichtung zur Hilfeleistung) bei. Nach dem Vorstoß der UdSSR wird Marschall Ion Antonescu verhaftet und das Kabinett stellt den Kampf gegen die UdSSR ein und gewährt den Deutschen freien Abzug. Nach deutscher Bombardierung Bukarests erklärt Rumänien Deutschland den Krieg. Die Russen besetzen das Erdölgebiet von Ploiesti und Bukarest. Durch den Beitritt zum Dreimächtepakt verliert Rumänien die Nordbukowina, Besserabien an die UdSSR und Nordsiebenbürgen an Ungarn, die südliche Dobrudscha an Bulgarien, der Staatschef Antonescu wurde 1946 von den Kommunisten hingerichtet.

Mit der Kriegswendung und Grenzänderungen werden die Umsiedlungen in Gang gebracht: in Siebenbürgen (Ungarn, Rumänen), Dobrudscha (Rumänen, Bulgaren).

Zeit nach dem 2. Weltkrieg

Nach dem Krieg erfolgte die sowjetische Machtausweitung und Absicherung des Ostblocks durch den "Eisernen Vorhang".
In Rumänien beginnt die Sowjetinisierung unter sowjetischem Druck nahezu ohne Kommunisten. Das Volksfrontabkommen (1944) der KP und G. Gheorghiu-Dej zerfällt. Es bildet sich eine National Demokratische Front aus Sozialisten, Kommunisten und Landarbeiterfront unter Dr. P. Groza dessen Kabinett die Agrarreform einleitete.

1946 erhält diese Koalition 89% der Stimmen, da die Opposition dies anzweifelt, wurde sie einfach zerschlagen. Der Oppositionsführer konnte fliehen.

1947 wird König Michael zum Abdanken gezwungen.

1948 wurde die Einheitspartei gegründet.

1951 wird der 1. Fünfjahresplan zur sozialistischen Industrialisierung (Stahl, Kohle, Erdöl) ausgerufen - Das Regim festigt sich.

1962 Abschluss der Kollektivierung. Starker Ausbau des Handels mit westlichen Staaten.

1964 französisch-rumänische Annäherung durch Staatsbesuch des Außenministers Ion Gheorghe Maurers in Paris. Das Rumänisch-Französische Kulturabkommen entsteht.

1965 kommt Ceausescu an die Macht. Erst erlebt Rumänien einen wirtschaftlichen Aufschwung und dann geht es nur noch bergab. Die Geschichte nach der Ära Ceausescu kann hier noch nicht erörtert werden, es gibt mittlerweile viel Literatur und auch das Recherchieren im Internet ist jedem offen.

2007 wird Rumänien in die Europäische Union aufgenommen, hat aber noch schwer an den Altlasten aufzuarbeiten, die Tentakel der Diktatur greifen selbst nach 17 Jahren noch um sich.

Der Beitritt zur Europäischen Union macht sich allerdings durch viele Neuaufbauprojekte und wirtschaftlichen Aufschwung bemerkbar.

(Anna Henger, Verein Valores, Jugend und Kulturverein der Banater Schwaben, Siebenbürger Sachsen)

 
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